15. April 2011

Er spielt Moralapostel.

Gestern. Etwa 19 Uhr. Dämmerung bereits eingesetzt. Stille.
Sitze auf meinem ungemachten Bett. Stille.
Das Fenster ist gekippt. Leichter Windzug. Die Gardine wiegt im Wind. Stille.
Niemand da. Befreiend. Ich und nichts als Stille.
Ich bemerke das Ticken der Uhr an der Wand hinter mir.
Kein laufender PC. Kein TV. Draußen keine spielenden Kinder.




Ein Moment, der ungewohnt ist, in dieser schnelllebenden Welt. Ein Moment, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Heutzutage geht es kaum noch Stille zu genießen.
Wir lenken uns ständig ab, egal ob auf dem Weg zur Schule/Arbeit oder zu hause. Musik hören reicht da meistens nicht, da wird ein Buch gelesen oder Hausaufgaben gemacht.
Beim Essen wird TV geschaut oder am PC getippt.
Wir können ohne Reizüberflutung nicht. Ab und zu raus aus dem Informationsüberschuss und die Stille auf uns wirken lassen. Da merkt man erst was Entspannung und Entlastung bedeutet.
24 Stunden hat ein Tag. Generationen vor uns lebten auch damit. Heutzutage ist für Essenzielles wenig Zeit, weil ja soviel Wichtigeres zu tun ist.
Auf das Wesentliche konzentrieren!
Ich sage selbst oft, dass der Tag zu kurz ist. Doch Zeit zur Entlastung des Körpers und der Seele sollten wir uns nehmen. Genügend Schlaf ist wichtig. Diese Woche war mein Schlafrhythmus so im Eimer, dass ich ohne Kaffee und Club-Mate hätte nicht funktionieren können. 3 Uhr ins Bett um 6 Uhr wieder aufstehen in die Schule und den Schlaf dann am Nachmittag nachholen und der Teufelskreis beginnt von vorne.
Weniger TV schauen, da das einzige Brauchbare Nachrichten sind, wobei ich persönlich Tages/Wochenzeitungen bevorzuge.
Das Internet verbindet natürlich, aber vorallem bindet es. Momentan verwende ich den PC zum Blog lesen und bloggen. Facebook schaue ich meistens zwei mal täglich, wegen Nachrichten, und Twitter, für schnelle Informationen, via iPod.
Ich merke in letzer Zeit, dass ich einfach nur konsumiere. Konsum da, Konsum hier.
Mein Kopf ist wie ein Eimer, der überläuft. Und unser Schlaf ist zu kurz, um die Informationen verarbeiten zukönnen, aber das gehört scheinbar zum momentanen Lebensstil dazu.
Ich denke in letzer Zeit oft über das Leben nach
Ich möchte bewusst konsumieren. Nicht zwei Tätigkeiten gleichzeitig, sondern alles bewusst leben und erleben.
Auch das materielle Konsumieren nervt mich. Meine Familie reagiert auf mein Zureden nur mit Belächeln und mein Bruder nennt mich oft einen Öko. Bin ich ein Öko, wenn ich nicht immer Fleisch essen möchte und einen fleischfreien Tag vorschlage?
Meine Mutter z.B. hat sich angegriffen gefühlt, als ich sie aufmerksam gemacht habe, als sie das Flüssigwaschmittel in die Waschmaschine eingegossen hat, dass es viel zu viel sei und es doch sparsamer sei, wenn man eine Kappe nehme anstatt nach Augenmaß die dreifache Menge, gleiches beim Weichspüler.
Beim Aspekt der Umweltbelastung hat sie schon gar nicht mehr zugehört.
Natürlich bin ich nicht perfekt und mache sicher auch ab und zu etwas, dass nicht umweltbewusst ist, aber sowas wie das Verschwenden von Waschmittel ist vermeidbar.

Jetzt reicht das Pseudo-Moral-Gelabber.
Ich habe nun zwei Wochen Osterferien mit hoffentlich gutem Wetter, die ich nutzen möchte. Freunde treffen, die man länger nicht gesehen hat, fotografieren, morgen ausschlafen - zeitig ins Bett, um den Tag nicht zu verschlafen, Goethes Jungen Werther lesen, aufräumen. Ich freue mich auf die freie Zeit.
Nach den Ferien geht es dann für 5 Tage auf eine Kursfahrt mit dem LK Chemie in die Gegend von Cottbus.
Ob die Kamera mit darf, weiß ich noch nicht.


Achja, was ich mich frage, ist da draußen überhaupt jemand oder führe ich Monologe?
Melde dich, ich würde mich freuen von euch zu hören.

Ich verabschiede mich und trinke weiter meinen ungesüßten Tee und esse einen ungeschälten Apfel.



P.S.: Natürlich ist das nur meine Sicht der Dinge. Ich bin tolerant und will niemanden zum bewussteren und vorallem umweltbewussteren Leben misionieren. Lieben Gruß.

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